Naturschutz oder Jugendförderung? - Der Streit um den DirtBike-Platz

Veröffentlicht am 26.08.2012 in Jugend

Zur Diskussion um die Errichtung einer DirkBike-Anlage in Dottendorf erklären Gabriele Klingmüller, Stadtverordnete für Ippendorf/Venusberg, Miriam Schmidt, Stadtverordnete für Dottendorf und die Gronau, Peter Kox, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn, und Herbert Spoelgen, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Bonn:

„Nach Prüfung zahlreicher Alternativen hat die Stadtverwaltung den DirtBikern ein geeignetes Grundstück für ihre Anlage angeboten. Die Bürgerstiftung trägt die Umsetzung finanziell, ein Landschaftsarchitekt plant und betreut die Errichtung neben dem F.A. Schmidt-Platz in Dottendorf. Das ausgewählte Gelände steht nicht unter Naturschutz und ist mindestens 100 Meter Luftlinie von der nächstgelegenen Wohnbebauung entfernt.

Nichtsdestotrotz laufen Nachbarinnen und Nachbarn Sturm. 17 Bürgeranträge gibt es; zehn davon wortgleich. Das brachliegende Grundstück, ein ehemaliger Bolzplatz, habe sich zu einem Biotop entwickelt, das zu erhalten sei. Außerdem befürchte man Unruhe und Lärm. Betroffen sei auch ein Kindergarten, dessen Gruppen sich häufig im Freien aufhielten. Zu allem Überfluss leide man bereits unter einer illegalen Bike-Stecke den Venusberghang hinunter.

Angesichts dieses organisierten Protests sehen sich einige örtliche Stadt- und Bezirksverordnete leider nicht mehr in der Lage, weiterhin Position für den DirtBike-Platz zu beziehen. Es sei das Projekt von drei Familien für ihre drei Söhne, hört man aus der CDU. Falsch! Es ist ein Projekt, das drei Familien für die Allgemeinheit in Angriff genommen haben. Sie haben sich Anschluss an einen eingesessenen Sportverein und um finanzielle Unterstützung gekümmert. Die Stadt bezahlt für die Umsetzung keinen Cent. Herr Kaupert (CDU) schlägt nun vor, es solle ein anderer Ort gefunden werden. Das Geld solle in die Sanierung des F.A. Schmidt- Platzes fließen. Dieser Vorschlag trägt allerdings nicht. Wie erwähnt, geht es nicht um städtisches Geld. Außerdem würden 10.000 Euro nicht einmal annähernd etwas Grundlegendes am Zustand des F.A. Schmidt- Platzes ändern. Da geht es um ganz andere Summen.

Die Mitglieder der SPD-Fraktion unterstützen die Initiative der Jugendlichen nach wie vor uneingeschränkt! Denn die Ängste der Bürger sind unbegründet!

Das geplante Gelände ist deutlich kleiner als die in Frage kommende 4000 m² große Fläche. Es wird gut möglich sein, die DirtBike-Strecke optisch ansprechend in das Gebiet einzupassen und einige beliebte Bäume oder die Randbepflanzung zu erhalten. Der dringende Schutz wuchernder Brombeerhecken und einer Wiese mit wenigen Trippelpfaden in unmittelbarer Nachbarschaft des Kottenforstes erscheint argumentativ an den Haaren herbeigezogen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass hier der Naturschutz zum Alibi für den Erhalt von Besitzständen herhalten muss.

Die Jugendlichen, die sich den DirtBike-Platz wünschen, sind keine Krawallbrüder, sondern junge Menschen, die ihr Mitspracherecht in Anspruch nehmen und sich engagieren wollen. Sie haben nicht nur Pläne für die Gestaltung des DirtBike-Platzes entwickelt, sondern auch Verhaltensregeln für die Nutzung formuliert. Außerdem wollen sie sich auch am Bau der Anlage beteiligen. Ein solches Engagement sollte nicht so rigoros und unbedacht abgelehnt werden!

Dass die Jugendlichen eine besondere Störung für die Nachbarschaft darstellen, kann nicht von vorneherein angenommen werden. Sie sind zu alt, um von Mama mit dem Auto gebracht zu werden, und zu jung für abendliche Trinkgelage.

Dass bereits illegal den Venusberghang „hinuntergebiket“ wird, ist ärgerlich und sollte mit allen Mitteln unterbunden werden. Mit dem DirtBike-Platz hat das allerdings nichts zu tun.“

Herzliche Grüße

Andrea Kanonenberg

SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

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